Annette Müller Geistiges heilen – Bella Magazin
Heilen lernen – das war’s, was ich wollte
Ein altes Herrenhaus im Chiemgau. Die Villa San Esprit, Deutschlands erste Fachklinik für geistiges Heilen. Ich bin mit der Gründerin und Leiterin dieses Zentrums, Annette Müller, verabredet. Sie will mir erzählen, wie sie zur Heilerin wurde.
Es war der 17. Mai 2004, als ein Mercedes Annette Müller die Vorfahrt nahm und frontal in die Fahrerseite ihres Twingos fuhr. Der Arzt diagnostizierte ein Schleudertrauma: „Zwei, drei Wochen. Dann sind Sie wieder topfit.“ Seine Prognose sollte sich nicht bewahrheiten. Im Gegenteil.
Die Schmerzen, die Annette Müller an Kopf, Nacken, Schulter und Rücken zu schaffen machten, wurden stetig stärker. „Es gab Tage, da konnte ich nicht mal mehr auf zwei Beinen stehen.“ Es begann eine Odyssee durch verschiedene Arztpraxen.
Die Mehrheit der Ärzte schickte sie ohne Befund wieder weg. Meistens mit den Worten: „Wir können nichts feststellen. Das Ganze hat wohl eher einen psychosomatischen Hintergrund.“
Bis Annette Müller auf einen Migränespezialisten traf. Der stellte mithilfe eines sogenannten Bewegungs-MRT Folgendes fest: Ihr Kopfgelenk war verletzt worden. Außerdem waren die Haltebänder am Atlas, dem obersten Halswirbel, gerissen. Das Ergebnis: Ihr Kopf fand keinen festen Halt und reizte deshalb permanent ihr Rückenmark.
Nun hatte sie zwar eine medizinische Begründung, aber keine Aussicht auf Heilung. Denn der Arzt erklärte ihr, dass sie damit würde leben müssen.
Als Annette Müller die Praxis verließ, wollte sie den Fahrstuhl nehmen. Der war außer Betrieb. Während sie sich am Treppengeländer festklammernd Stufe für Stufe die drei Stockwerke hinunterquälte, fasste sie einen Entschluss: Ich werde wieder gesund. Dafür kämpfe ich.
Zunächst fand sie einen Physiotherapeuten in Freiburg, dessen Behandlung die Schmerzen deutlich lindern konnte. Allerdings weigerte sich ihre Krankenkasse, die Kosten zu übernehmen. „Nach einem halben Jahr waren meine Ersparnisse aufgebraucht. Ich konnte mir die Weiterbehandlung nicht mehr leisten.“
Eines Abends bekam sie einen Anruf von ihrer Mutter. Sie habe im Fernsehen eine Sendung gesehen, in der ein Heiler eine Frau von ihren Schmerzen befreit hätte. Einfach so. Durch Handauflegen.
Annette Müller hielt von solchen Dingen damals nicht viel. Sie begeisterte sich zwar für Yoga, Meditation und spirituelle Themen, war aber skeptisch gegenüber esoterischen Methoden.
Ihre Schmerzen wurden jedoch immer unerträglicher. Vor allem im Kopf. Nichts half. Keine Akupunktur. Keine Schmerztherapie. Keine Tabletten.
Als ihre Mutter sie erneut dazu aufforderte, einen Geistheiler aufzusuchen, ging Annette Müller schließlich hin. „Ich hatte nichts zu verlieren.“
Während der Behandlung sollte sie die Augen schließen. „Dann machte er etwas in der Luft, das habe ich gehört, und dann legte er seine Hände auf …“
„Sofort spürte ich eine Erleichterung. Und ich dachte: Ja, da ist etwas dran.“
Der Besuch beim Geistheiler war die Initialzündung für Annette Müllers große Veränderung. Sie wollte mehr über geistiges Heilen erfahren, las Bücher, recherchierte und suchte verschiedene Heiler auf.
„Ich erkannte, dass das mein Weg ist“, sagt sie, und beschloss, Heilen zu lernen. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA besuchte sie Kurse, in denen sie lernte, ihre geistigen Kräfte anzuwenden.
„Man lernt in vielen Sitzungen, die Seele anzusprechen. Und der Körper ist eng mit ihr verbunden.“
Muss man mit so einer Gabe geboren werden? „Nein“, sagt Annette Müller. „Die Geistheiler sind Menschen wie du und ich. Sie haben das in Kursen gelernt.“
Ihr Anliegen ist es, Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen. Zu ihr kommen Menschen mit chronischen Schmerzen, Allergien und auch Krebspatienten.
„Geistiges Heilen ist eine unterstützende Therapie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Sie ersetzt nicht ärztlich verordnete Medikamente und Behandlungen.“
„Denn eine Garantie, dass man gesund wird, gibt es nicht.“
Klingt gut. Aber was kann sie wirklich? Ich bitte sie, mich zu behandeln.
Annette Müller stellt fest, dass ich „völlig schief“ bin. Meine rechte Schulter hängt sichtbar tiefer als die linke. Ich lege mich auf die Liege und schließe die Augen.
Ich höre ihre Atmung und spüre eine Energieübertragung ohne Berührung.
Nach etwa 45 Minuten ist meine Schieflage tatsächlich verschwunden. Meine Haltung ist besser.
Ein Wunder? Annette Müller lächelt. „Letztlich ist es die Gnade Gottes, die heilt. Sie heilt nur durch den Menschen.“
Originalquelle des Interviews
Das Interview erschien in der Bella, Ausgabe November 2010
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Annette Müller ist die Gründerin von San Esprit und seit vielen Jahren im Bereich Geistiges Heilen tätig. In ihren Ausbildungen und Seminaren vermittelt sie praxisnah, wie Menschen ihre eigenen Kräfte entdecken und einsetzen.
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